Mein Kommentar zu: »sonntags: Zeigt her Eure Füße« im ZDF

Foto mit freundlicher Genehmigung von Stefan Droste

Foto mit freundlicher Genehmigung von Stefan Droste

Stefan Droste

Gründer des CRPS NETZWERK GEMEINSAM STARK.

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/Zeigt-her-eure-Füße

Heute morgen um 9:00 Uhr wurde der Bericht „Zeigt her eure Füße“ ausgestrahlt. Ich muss wirklich sagen, dass ich angenehm überrascht war, einen solchen Bericht über eine Amputation zu sehen. Zugegeben, daüber zu sprechen in Verbindung mit CRPS, ist eine heikle Sache. Das kurze Interview mit seinem Vater fand ich sehr berührend. Die Blicke, mit denen sich Vater und Sohn ansahen, waren sehr liebevoll. Und Stefans Lächeln sprach Bände.

Als ich Stefan das erste Mal traf in Bremen bei einem Selbsthilfe Gruppentreffen, sah ich einen jungen Mann im Rolli, der die Vision hatte, etwas Großes zu schaffen. Der Gedanke, wie die Krankheit CRPS bekannter gemacht werden kann, das war zunehmend SEIN Motor. Ein Netzwerk für alle Selbsthilfe Gruppen. Etwas, was uns unter einem „Dach“ verbindet und sich wie ein Spinnennetz über Deutschland legt. DIese Idee wurde immer mehr seine Motivation, ja, er brannte dafür. Und gleichzeitig kämpfte er gegen die unerträglichen Schmerzen, die er hatte. Dann beschäftigte er sich mit dem Thema Amputation. Sein Vorhaben habe ich verstanden und unterstützt. Gleichzeitig weiß man aber nicht, ob der CRPS Schmerz“springt“ und die ganze Sache ist eine unsinnige Handlung. Auch jemanden zu finden, der diese Operation macht, war wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Die Grundbedingung, ein psychologisches Gutachten, musste auch vorgelegt werden.

Nicht jeder, den Stefan kennt, teilte seinen Wunsch, sich den Fuß abnehmen zu lassen. Für einige Menschen war das eher eine Kurzschlusshandlung. Nicht für mich, weil ich ihn als einen Menschen kennen gelernt habe, der sich lange und intensiv mit dieser Thematik beschäftigt, bevor er handelt. Als der Termin ranrückte und Stefan „abtauchte“ in die Klinik, warteten wir alle gespannt darauf, wie die OP gelaufen war. Der Satz: DIE SCHMERZEM SIND WEG! war wie eine Erlösung für mich. Das er sich durchsetzen konnte UND Recht hatte, das war wie ein Wunder. Ich möchte behaupten, dass es kein abwegiger Gedanke sein sollte, bei unerträglichen Schmerzen, einem Menschen den Wunsch zu erfüllen und die betroffene Extremität abzunehmen.

 

Nachsatz

Wir sprachen beim zweitem Zusammentreffen (wieder in Bremen und vor DER OP) darüber, einen Verein und/oder einen Dachverband zu gründen. Meine Begeisterung hielt weiterhin an und bewog mich dazu, jetzt erst recht meine SHG in Hamburg zu gründen. Mit Frank in Bremen und Stefan in Köln wurden beide meine Felsen in der Brandung, inspirierten mich und sind nach wie vor meine Vorbilder in Authentizität. Ich bin sehr schnell zu begeistern, wenn es sich ein Vorhaben wie das Netzwerk als realisierbar erweist und, wie man so schön sagt, Hand & Fuß hat.Das, was bis jetzt daraus geworden ist, läßt sich doch durchaus sehen.

 

Hinweise—> das Foto oben im Zeitungsartikel über die Gründung meiner SHG zeigt Stefans Füße vor der Amputation.

Die Medikamentenbox auf der Seite Medikamente &Therapie zeigt Stefans Medis, die er genommen hat. Davon ist er jetzt runter auf null.